Augenklinik Bremen Bild

Die Makuladegeneration

Das Auge ist ähnlich wie ein Fotoapparat aufgebaut, bei dem das Licht durch ein Objektiv gebündelt und fokussiert wird und dann den Film belichtet. Im Auge erfolgt die Bündelung des Lichtes durch Hornhaut (das klare Fenster des Auges) und Linse und damit wird das Bild auf die Sinneszellen der Netzhaut fokussiert.

In der Mitte der Netzhaut liegt die Makula, der sogenannte gelbe Fleck. Dies ist die Stelle des schärfsten Sehens und verantwortlich für das Farbensehen und die feinste Bildauflösung, welches wiederum wichtig für das Erkennen von Gesichtern und zum Lesen ist. Die restlichen Sehzellen ermöglichen ein Umgebungssehen, d.h. die Orientierung im Raum. Der Sehnerv leitet das von der Netzhaut empfangene und teilweise bereits weiter verarbeitete Bild zum Sehzentrum im Gehirn. Der Raum zwischen Linse und Netzhaut wird von einer gelartigen Substanz, dem Glaskörper, gefüllt.

Der Bau des Auges 

Durch natürliche Alterungsprozesse entstehen Abbauprodukte, die mit der Zeit nicht mehr komplett von den ernährenden Zellen der Sehzellen abgebaut werden können. Diese Reste lagern sich zwischen die Sehzellen ein und heißen Drusen. Bei vielen Menschen führt dies im Alter zu einer schlechteren Versorgung der Sehzellen, die wiederum hierdurch ihre Funktion verlieren. Eine Makuladegeneration nur mit Drusen ist eine sogenannte trockene Form. Kommt es im weiteren Verlauf zur Bildung von Gefäßneubildungen, welche die Sehzellen mit Flüssigkeit unterspülen, so ist es eine feuchte/exsudative Form.

Trockene und feuchte Makuladegeneration 

Zunächst erscheinen gerade Linien wellenförmig, dann wird das Sehen in der Bildmitte immer mehr beeinträchtigt, bis nur noch ein dunkler Fleck zu erkennen ist. Da diese Erkrankung oft im Frühstadium nicht bemerkt wird, empfiehlt sich für Patienten mit erhöhtem Risiko eine Selbstkontrolle des Sehens mit dem Amsler-Netz, um so bereits bei leichten Verzerrungen oder Befundverschlechterung ein schnelles Handeln zu ermöglichen.

Makuladegeneration Amsler Test 

Sowohl bei der trockenen als auch der feuchten Form ist eine Heilung nicht möglich, nur eine Schadensbegrenzung, weshalb frühzeitig mit einer Therapie begonnen werden sollte.

Die trockene Form
Die trockene Form schreitet sehr langsam voran und führt im Verlauf von Jahren schleichend zu einer Sehverschlechterung. Derzeit wird diskutiert, daß Vitaminpräparate (z. B. Lutein, Zink, Selen...) den zeitlichen Verlauf der Erkrankung verzögern und dadurch die Sehminderung mildern. Operative Maßnahmen oder eine Laserbehandlung sind nicht sinnvoll einsetzbar.

Die feuchte oder exsudative Form
Die feuchte Form kann einen sehr schnellen Verlauf nehmen, mit einer deutlichen Sehminderung innerhalb von Wochen. Hier gilt es, den Verlauf rasch zu stoppen, indem die neugebildeten Gefäße verschlossen werden. Hierfür stehen verschiedene Methoden zu Verfügung: die Laserbehandlung, die photodynamische Therapie, die Medikamenteninjektion in das Auge und die derzeit noch experimentelle Bestrahlung während eines operativen Eingriffes. Die letztgenannte Behandlung ist nicht für den Routinegebrauch zugelassen.

Die herkömmliche Laserbehandlung wird derzeit nur noch angewandt, wenn die Gefäßneubildungen außerhalb der Makula liegen. Bei der photodynamischen Therapie wird zunächst ein Medikament über die Armvene gegeben, das im Auge mit einem sanften Laser aktiviert wird und dadurch die Blutgefäße verschließt. Diese Methode wird nur noch selten verwendet und führt bestenfalls zur Stabilisierung der Sehkraft. Die erfolgsversprechendste Methode zur Behandlung ist die Einspritzung von Medikamenten in das Auge, die intravitreale Injektion. Hierbei wird unter örtlicher Betäubung mit Augentropfen eine geringe Menge eines Medikamentes (Lucentis oder Avastin) in das Auge injiziert, welches das Wachstum der neugebildeten Blutgefäße hemmt und die Sehzellen dadurch trocken legt. Die Sehfunktion der Sehzellen kann sich hierdurch wieder erholen, auch wenn ein Restschaden bestehen bleibt. Zu Beginn der Behandlung erfolgen drei Injektionen im Abstand von 4-5 Wochen. Die weitere Behandlungshäufigkeit ist vom individuellen Krankheitsverlauf abhängig.

Makuladegeneration Injektion

Leider ist eine Heilung nicht möglich. Die beschriebenen intravitrealen Medikamente können aber in über 90% der Fälle das Sehen stabilisieren und in immerhin einem Drittel eine Verbesserung bewirken.

Was bleibt, ist der Versuch der Prophylaxe. Einige Risikofaktoren, wie das fortschreitende Alter und unsere Erbanlagen, können wir nicht beeinflussen. Allerdings können Faktoren, die unseren Lebensstil betreffen, schon beeinflußt werden. So erkranken Raucher vier- bis sechsmal häufiger, und eine gesunde Ernährung und hochdosierte Vitamincocktails bei bestimmten Patienten können möglicherweise das Auftreten der Krankheit verhindern oder verzögern. Die beste Möglichkeit, dem Sehverlust im Alter zu entgehen, sind jedoch regelmäßige Augenarztbesuche ab einem Alter von 55 Jahren, um hierdurch die Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Angesichts der mittlerweile sehr guten Behandlungsmöglichkeiten, ein lohnendes Unterfangen.

Makuladegeneration - Ein Netzhautquerschnitt zeigt den Behandlungserfolg 

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Der Sehvorgang, die Katarakt, Glaskörperabhebung, ...
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